Dr. Georges Gilles de la Tourette (1857-1904)

Georges Gilles de la Tourette | französischer Neurologe  
Biographie und Übersetzung der Originalstudie von Dr. Tourette (aus dem Jahre 1885): "Étude sur une affection nerveuse caracterisée par l’incoordination motrice accompagnée d’écholalie et de coprolalie" (Archive de la Neurologie, Paris). hier

Jean Martin Charcot (berühmter französischer Neurologe) ist es zu verdanken, dass die "Maladie des Tics" nach Georges Gilles de la Tourette benannt wurde. Charcot meinte zum Tourette-Syndrom: "Quel joli nom pour une maladie aussi horrible" !!!

Tourette-Syndrom und komorbide Störungen  
Die Kernsymptomatik des Gilles de la Tourette-Syndroms besteht aus motorischen und vokalen Tics, zusätzlich können AD(H)S, Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen und Autoaggressionen auftreten. Darüber hinaus ist ein Teil der Tourette-Patienten auch von den Komorbiditäten (Krankheits- oder Störungsbilder) Asperger-Syndrom, Schlafstörungen und Restless-Legs-Syndrom betroffen. Das Tourette-Syndrom mindert nicht die intellektuelle Leistungsfähigkeit. 15 Fragen und Antworten zum Tourette-Syndrom  

Koprolalie kein essenzielles Merkmal des Tourette-Syndroms
Koprolalie, die unkontrollierbare Neigung obszöne oder sozial tabuisierte Begriffe, häufig mit sexuellem Inhalt, aussprechen zu müssen, entwickeln schätzungsweise 15-20 % der Betroffenen. Diese mögliche Teilsymptomatik ist kein essenzielles Merkmal des Tourette-Syndroms und tritt auch bei anderen neuropsychiatrischen oder neurodegenerativen Erkrankungen auf. Männer sind signifikant häufiger von Koprolalie betroffen als Frauen.